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Immer teurer – warum das im Wohnbau schon die „Norm“ ist

01.12.15  

Immer teurer – das scheint im Wohnbau tatsächlich schon die „Norm“ zu sein, im wahrsten Sinn des Worts.

Denn gerade diese Vielzahl an Vorgaben treibe die Kosten in die Höhe, kritisierten Branchenvertreter und auch Beamte bei einer Fachtagung der GBV Landesgruppe Salzburg, der Dachorganisation der gemeinnützigen Wohnbauträger, in Salzburg. Sie berichteten von enormen Preissteigerungen durch die „Flut an Normen und Verordnungen“. Durch kostentreibende bautechnische Anforderungen, Normen und Auflagen energieeffizienten Bauens ist leistbares Wohnen in den letzten Jahren immer stärker unter Druck geraten.

Natürlich sind es auch die gerade in Salzburg sehr hohen Grundkosten und die Betriebskosten, die das Wohnen teuer machen. Dennoch sind es besonders die Baukosten, die der Kostenentwicklung in den vergangenen Jahren eine außerordentliche Dynamik verliehen haben. „In den letzten zehn Jahren sind im österreichweiten Durchschnitt die Baukosten um 46 % auf mehr als 2.000,- Euro je Quadratmeter Wohnnutzfläche gestiegen. Ein Drittel des Anstiegs ist allein durch zusätzliche Qualitätsstandards oder Regeln für Brandschutz, Barrierefreiheit oder die Energetik verursacht“, erklärt GBV-Obmann Dir. Dr. Christian Wintersteller. Im selben Zeitraum betrug die Steigerung des Verbraucherpreisindexes aber nur rund 20 %. „Um auch künftig den Salzburgerinnen und Salzburgern leistbaren Wohnraum anbieten zu können, ist es dringend notwendig, baukostensenkende Maßnahmen zu forcieren“, fordert GBV-Obmann-Stv. Dir. Markus Sturm. Das neue Normengesetz ist dabei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

„Die gemeinnützigen  Bauvereinigungen fordern aber eine verpflichtende Kostenabschätzung vor dem Inkrafttreten neuern Normen“, so der Vorstand der GBV Landesgruppe Salzburg.

 

Kostenexplosion durch Normenflut

Im Fensterbau seien deshalb die Kosten in den vergangenen sechs Jahren um mehr als 60% in die Höhe geschnellt, bei Elektroinstallationen und der Haustechnik um 35%, hat Bmst. Ing. Alfred Pirker, Prokurist der Strabag AG in Salzburg, errechnet. Er führt überhaupt einen großen Teil des Anstiegs bei den Baukosten auf den Faktor „neue Vorschriften“ zurück.

 

Tatsächlich werden in Österreich pro Jahr bis zu 350 neue ÖNORMEN auf dem Bausektor in Kraft gesetzt, bilanzierte zum Beispiel Dir. DI Herwig Pernsteiner, Vorstandsdirektor der Innviertler Wohnungsgenossenschaft und Mitglied im GBV-Vorstand. Viele dieser Anforderungen seien nur noch theoretisch sinnvoll.

Ähnliches dürfe sich durch das neue Bautechnikgesetz nicht wiederholen, das nächstes Jahr bevorsteht, warnte Hofrat Dr. Silverius Zraunig, Leiter des Baurechts-Referats beim Land Salzburg: „Der „Gesetzgeber darf nicht zum Sklaven der Normenfinder werden“, so der Spitzenbeamte.

„Schon jetzt würden z.B. in den Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik nur Schutz-Ziele festgelegt, was zu Mehrkosten führe und leistbarem Wohnen im Weg stehe“, mahnte Mag. Christian Krainer, Vorstandsdirektor der ÖWG Wohnbau und Obmann der GBV Steiermark.

Die GBV Salzburg wolle deshalb Impulse geben, um genau dieses leistbare Wohnen zu sichern, kündigte der Salzburger GBV-Landesobmann Dir. Dr. Christian Wintersteller an.

 

Im Bild v.l.n.r.: Vorstandsdirektor Mag. Christian Krainer, Dir. DI Herwig Pernsteiner, Dir. Dr. Christian Wintersteller, Prok. Bmst. Ing. Alfred Pirker, Hofrat Dr. Silverius Zraunig.

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