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GBV Roundtable "Sozialer Friede in großen Wohnanlagen"

19.05.16  

Um das Thema Integration, Gemeinschaft und Konfliktbewältigung in großen Wohnanlagen in urbanen Räumen zu diskutieren, lud die Landesgruppe Salzburg der Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) am Donnerstag (19.05.) zu einem gemeinsamen Gespräch

mit Salzburger Fachreferenten im Freiraum Maxglan. Unter diesen befand sich neben Soziologin Mag. Sarah Untner, die Integrationspraktikerin Dr. Rosemarie Fuchshofer, Mag. Manfred Feichtenschlager vom Hilfswerk Salzburg und Christian Reisinger vom Bewohnerservice des Magistrats Salzburg. „In Summe konnten wir in der Vergangenheit  sehr positive Erfahrungen bei der Anwendung ganzheitlicher Integrationsstrategien in Planung, Bau und Besiedelung von großen Wohnanlagen sammeln. Deshalb werden wir auch bei zukünftigen großen gemeinnützigen Projekten soziokulturelle Betreuung anstreben“, stellte GBV Obmann Dir. Dr. Christian Wintersteller fest und formuliert als eines der Hauptziele „die Zufriedenheit der Bewohner.

 

Theoretische Voraussetzungen und praktische Umsetzungen

In einem Roundtable-Gespräch im Freiraum Maxglan, das als jüngstes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung integrativer Maßnahmen durch die Gemeinnützigen steht, sprachen die Fachleute über die Herausforderungen und Lösungsansätze, die den sozialen Frieden in großen Wohnanlagen bedingen. „Umso größer die Wohnanlage, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Konflikte zwischen Bewohnern und Nachbarn auftreten können. Die frühzeitige Beteiligung der Bewohner schon in der Gestaltungsphase von Begegnungsräumen ist eminent, um auch später in der Wohnphase für Zufriedenheit zu sorgen. Dies wiederum fördert das Zusammenwachsen der zukünftigen Hausgemeinschaft und stärkt somit die Identifikation mit der Wohnanlage,“ so Obmann Dir. Dr. Wintersteller.

Positive Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung soziologischer Konzepte der Salzburger Gemeinnützigen gibt es viele: Die Wohnanlagen Gartenstadt Aigen, Engelbert-Weiß-Weg, das Stadtwerke Areal, die Strubersiedlung und der Freiraum Maxglan belegen klar, dass mit gezielter soziologischer Arbeit das Konfliktpotential erheblich vermindert werden kann.

 

 

Chance einer ganzheitlichen Einwirkung

Von den gemeinnützigen Bauträgern erbaute und betriebene Wohnanlagen vor allem in Ballungszentren eröffnen von der Planungs- bis über die Besiedlungsphase hinaus die Chance, nachhaltig auf ein friedvolles Miteinander der Bewohner hinzuwirken. Die Förderung und Entwicklung von Bewohnergemeinschaften ist ein Hauptanliegen der Salzburger Gemeinnützigen. Die architektonische Planung von Begegnungsräumen, die Entwicklung tragfähiger Sozialraumkonzepte und die Unterstützung der Integration durch das Schaffen von sozialen Rahmenbedingungen und Beratungseinrichtungen sind Aufgaben, in denen sich die Bauträger in der Verantwortung fühlen. „Das Ziel dabei ist leicht erklärt: Wir wollen bereits im Vorfeld mit gezielten soziologischen Konzepten für ein gutes Miteinander der Bewohner sorgen und Konflikte vermeiden“, sagt Dir. Dr. Christian Wintersteller. Bei soziologisch betreuten Projekten in der Vergangenheit konnte festgestellt werden, dass durch die höhere Wohnzufriedenheit der Bewohner nicht nur weniger Konflikte entstanden sind, sondern auch weniger Wohnungswechsel und somit eine geringere Belastung für die Verwaltung.

 

Frühzeitige Beteiligung als Identifikationsfaktor

Im gleichen Zuge bekräftigt Soziologin Dr. Rosemarie Fuchshofer: „Die Wohnzufriedenheit in einer Siedlung basiert wesentlich auch auf den Erwartungen der zukünftigen Bewohner. Deshalb ist es wichtig, deren Bedürfnisse bereits bei der Planung der Begegnungsräume sowie dann bei der Besiedlung zu berücksichtigen.“ Dabei setzt sie auf Sozialraumanalyse und sozialwissenschaftliche Planungsexpertise im Vorfeld.

Soziologin Mag. Sarah Untner bestätigt, „dass frühzeitige Bewohnerbeteiligung, soziokulturelle Aktivitäten und ein moderiertes Besiedlungsmanagement mit einer Anschubhilfe in der Einwohnphase das Zusammenwachsen von Hausgemeinschaften und die Identifikation und die Übernahme von Verantwortung für ihren gemeinsamen Lebensraum stärken.“

„In besonders großen Siedlungen kann auch eine soziologische Betreuung nach der erfolgten Erstbesiedelung sinnvoll sein. Um bei den Bewohnern die Identifikation mit ihrem Wohn- und Lebensumfeld zu fördern, steht die Animation zur Partizipation im Fokus unserer Arbeit. Mit Angeboten wie z.B. Lerntreff für Kinder können wir dieses Miteinander nachhaltig stärken sagte Mag. Manfred Feichtenschlager vom Hilfswerk Salzburg.

Gerade die Wichtigkeit der aktiven Betreuung von Bewohnern in der Wohnphase betont auch Christian Reisinger, Magistrat Salzburg, unterstreicht aber auch die unterschiedliche Aufgabenstellung einer auf Dauer eingerichteten Bewohnerservice-Einrichtung der Stadtgemeinde Salzburg und einer temporären Begleitung vor und nach dem Erstbezug einer Wohnanlage: Kommunikation und Soziales im Stadtteil, Bürgerbeteiligung und Stadtteilentwicklung,  Vernetzung und Niederschwelligkeit sind dabei zentrale Punkte in der Arbeit der Bewohnerservicestellen in er Stadt. Im Vordergrund stehen nicht temporäre Aktionen sondern Dauerangebote.“

Die Referenten:

  • Dir. Dr. Christian Wintersteller, Obmann GBV Landesgruppe Salzburg
  • Mag. Sarah Untner, Unternehmen raumsinn, Büro für nachhaltige Wohn- und Stadtentwicklung
  • Dr. Rosemarie Fuchshofer, Soziologin und Integrationspraktikerin (u.a. Freiraum Maxglan)
  • Mag. Manfred Feichtenschlager, Hilfswerk Salzburg und Mit-Initiator „Nachbarschafts-Treff“ Stadtwerk Lehen
  • Christian Reisinger, Bsc., BewohnerService der Stadt Salzburg

Foto: Neumayr, Abdruck honorarfrei!

Bildtext „GBV Roundtable 2016“:

Von links nach rechts: GBV-Obmann Dir. Dr. Christian Wintersteller, Dr. Rosemarie Fuchshofer, Mag. Sarah Untner, Christian Reisinger, Mag. Manfred Feichtenschlager.

 

Dr._Wintersteller (1043k)
Mag._Untner (1344k)
Dr._Fuchshofer (1016k)
Mag.Feichtenschlager (1069k)
Christian_Reisinger (1030k)
GBV_Roundtable (1261k)
Medieninfo (78k)

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